18 | Sabine Kintzel | Tartanbahn

tartanbahn plan Der Eingangsbereich des Mainzer Universitätscampus ist stark durch die Strenge der ehemaligen Kasernengebäude geprägt, die jetzt als Sitz der Universitätsleitung und der Verwaltung dienen. Die Gebäude des heutigen Forum Universitatis bilden einen architektonischen Riegel in Richtung Stadtmitte. Das Hauptportal mit seinen drei Durchgängen, die den Baukörper tunnelartig durchdringen, bündelt als Engpass den Strom der Fußgänger und Radfahrer.
Forum

In seiner Erscheinungsform ist der Eingangsbereich das Erste, das sich dem Blick des Besuchers bietet. Das Entree inszeniert ein Bild der Universität, ist ihre optische Fassade, das Aushängeschild, das ihr ökonomisches und symbolisches Kapital veranschaulicht. Es bestimmt die Form der Öffnung der Hochschule gegenüber ihrem urbanen und sozialem Umfeld und definiert diese Schnittstelle.

Eine ebenerdige begehbare Bodenskulptur aus rot eingefärbtem, gebundenem Gummigranulat (Tartan) mit seitlicher Linierung umschreibt und markiert das Hauptportal des Campus in 1,80m Breite und einer Gesamtlänge von 64,20m.

Die Veränderung der farblichen und materiellen Bodenbeschaffenheit ist visuell und haptisch erfahrbar.
Es findet keine reine unbeteiligte Betrachtung aus der Aufsicht statt, sondern es kommt zu einer beiläufigen Nutzung durch das Laufpublikum. Die körperliche, reale alltägliche Erfahrung der gegenläufigen transitorischen Bewegung wird ergänzt durch eine gedankliche hinzugefügte, stetig zirkulierende, beschleunigte.

tartanbahn

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Sabine Kintzel

Sabine Kintzel

geboren 1978 in Kaiserslautern

 

Studium der Bildenden Kunst und Englisch, Akademie für Bildende Künste und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, seit 1999 (bei Prof. Ullrich Hellmann, Schwerpunkt Bildhauerei)